Sonntag, 6. April 2008
Ich möchte, dass du eines weißt...
Du weißt ja, wie das ist:
Betrachte ich den kristallenen Mond, den roten Zweig
des säumigen Herbstes an meinem Fenster,
berühre ich beim Feuer die ungreifbare Asche
oder die runzeligen Körper des Holzes,
bringt mich das alles zu dir, als wäre alles, was da ist,
Düfte, Licht, Metalle,
nichts anderes als ein Schwarm kleiner Schiffe,
hinsegelnd zu deinen Inseln, die mich erwarten.

Nun aber,
wenn du allmählich aufhörst, mich zu lieben,
werde ich aufhören, dich zu lieben, allmählich.

Wenn du auf einmal mich vergisst, suche nicht nach mir, denn ich werde dich schon vergessen haben.

Scheint er dir lang und irre lodernd, der Fahnenwind,
der mein Leben durchweht, und entscheidest du dich,
mich auszusetzen am Rand des Herzens, in dem ich verwurzelt bin, so bedenke, dass am selben Tag,
zur selben Stunde, ich die Arme erhebe
und meine Wurzeln sich aufmachen, einen anderen Boden zu suchen.

Doch wenn du jeden Tag, jede Stunde empfindest, dass du für mich bestimmt bist, mit unverrückbarer Süße, wenn jeden Tag eine Blüte aufsprießt zu deinen Lippen, um mich zu suchen, ach, meine Liebe, ach, meine, so wiederholt sich in mir all dies Feuer,
und nichts erlischt in mir, nichts wird vergessen,
meine Liebe nährt sich von deiner Liebe, Geliebter,
und solange du lebst, wird sie in deinen Armen sein,
ohne die meinen zu verlassen.